Strübli (Strauben), Eieröhrli, Schlüferli und ähnliches

Erstellt von am 1. Mai 2012

Rosenküchlein

römische Pastetchen

Ich bin jetzt ziemlich im Dilemma, noch niemand hat mir von diesen Rezepten erzählt, aber in jedem alten Kochbuch, das ich von alten Rheintalerinnen erhalten hatte, waren diese Rezepte aufgeführt. Ich hatte bisher diese Rezepte überblättert, werde langsam misstrauisch und schreibe nun hier die vorliegenden Rezepte vorsichtshalber ab – kann sein, dass diese in einem anderen Teil der Schweiz umgesetzt wurden, vielleicht aber doch auch hier von einer innovativ-neugierigen Hausfrau auch.

Strübli – Strauben

Rezept 1: (aus Kochbuch von 1927)
350g Mehl, 1 Prise Salz, 1/2 Liter Milch, 60g Butter, 5 Eier, 1 Löffel Zucker, 1 dl Wein, Fett oder Oel, Zucker und Zimmt. – Das Mehl, Salz und Zucker gibt man in eine Schüssel, lässt Milch und Butter heiss werden und verrührt dies tüchtig mit dem Mehl, dass ein schöner, glatter Teig entsteht. Ein Ei nach dem anderen rührt man unter den Teig unter tüchtigem Klopfen. Der Wein wird heiss gemacht, mit dem Teig verrührt und dieser in den Straubentrichter gefüllt. Dann lässt man den Teig in das heisse Oel laufen, indem man vom Rand in Schneckenform gegen die Mitte fährt. Die Strübli werden gewendet und schön braun gebacken. Man lässt sie abtropfen und wendet sie in Zucker und Zimmt.

Rezept 2: (aus Kochbuch von 1933)
1/2 l Milch, 40g Butter, 250g Mehl, 1/4 Kaffeelöffel Salz, 1 Teelöffel Zucker, 1 Löffel Kirsch, 3 Eier, Backfett. –
Milch und Butter lässt man aufkochen; in eine Schüssel gibt man Mehl, Salz und Zucker und rührt nach und nach mit der warmen Milch einen feinen glatten Teig. Nun rührt man Kirsch und Eigelb, eins nach dem andern an den Teig und zieht dan den Eierschnee leicht unter denselben. Hierauf füllt man den Teig in einen Trichter, lässt ihn langsam schneckenförmig in so viel heisses Backfett laufen, dass die Strauben darin schwimmen, backt sie schön gelb und bestreut sie nach Belieben mit Zucker.

Rezept 3: (aus Kochbuch von 1917)
½ Liter Milch, 40 g Butter, ¼ kg Mehl, ½ Kaffeelöffel Salz, 1 Teelöffel Zucker, 1 Löffel Kirsch, 3 Eier, Backfett. – Milch und Butter lässt man aufkochen; in eine Schüssel gibt man Mehl, Salz und Zucker und rührt nach und nach mit der noch warmen Milch einen feinen glatten Teig. Nun rührt man Kirsch und Eigelb, eins nach dem andern an den Teig und zieht dann den Eierschnee leicht unter denselben. Hierauf füllt man den Teig in einen Trichter, lässt ihn langsam schneckenförmig in so viel heisses Backfett laufen, dass die Strauben darin schwimmen, backt sie schön gelb und bestreut sie nach Belieben mit Zucker.

Eieröhrli (aus Kochbuch von 1927):

3/4 Pfund Mehl, 2 Eier, Salz, 2 Löffel Zucker, 1/2 Tasse Milch, 40g Butter oder statt Butter, Milch, 3/4 Tasse Rahm, Mehl zum Auswallen, Oel oder Fett, Zucker. – Die Eier, Butter und Zucker und Salz werden zusammen gut verrührt. Das Mehl wird gesiebt und dann abwechselnd mit der Milch zu dem Teige gerührt und dieser gründlich geknetet. Dann schneidet man den Teig in gleichmässige, gut 1/2 eigrosse Stücke. Diese werden ganz dünn ausgewallt und nachher sorgfältig so dünn ausgezogen, dass man eine Zeitung dadurch lesen kann. Man legt sie bis alle fertig sind auf mit Mehl bestreute Papiere. Man macht das Fett oder Oel heiss, und zwar soviel, dass die Küchlein schwimmend darin gebacken werden können. Die ausgezogenen Oehrli gibt man, immer nur eines ins heisse Fett. Mit zwei Holzstäbchen stösst man sie etwas zusammen. Sobald der Rand anfängt gelb zu werden, kehrt man mit den Holzstäbchen, bäckt die andere Seite auch noch gelb, nimmt das Küchlein dann heraus, lässt es abtropfen und bestreut mit Zucker. Sehr gut ist es, wenn man sie 1-2 Tage stehen lässt.

Schlupfküchlein :

Rezept 1(aus Kochbuch von 1927): 1/2 Pfund Mehl, 1/4 Pfund Zucker, 1 Zitronenschale, eine Prise Salz, 2-3 Eier, 50g Butter, Oel oder Fett, 1/4 Päckli Backpulver. – Butter, Eier, Salz und Zucker werden schaumig gerührt, dann die abgeriebene Zitronenschale und Mehl und Backpulver hinzu gegeben un der Teig geknetet. Der Teig wird 1/2 cm dick ausgewallt, in 4 Centimeter breite und 7 Centimeter lange Rechtecke geschnitten und diese in der Mitte der Länge nach mit einem Schnitt versehen. Man zieht nun eines der Enden durch diesen Einschnitt und bäckt dann die Küchlein im heissen Fett hellbraun.

Rezept 2 (aus Kochbuch von 1908): 3 Eier, 100g Zucker, 1 Prise Salz, 3g Zimt oder 1/2 Zitrone, 4 Löffel Rahm, 30g Butter, 400-450g Mehl, 2g Backpulver, Backfett, Zucker zum Bestreuen. – Die Eier und der Zucker werden etwa 20 Minuten gerührt und dann mit den Gewürzen, dem Rahm und der flüssig gemachten Butter gut vermischt. Zuletzt zieht man das gesiebte Mehl und das damit vermischte Backpulver darunter und knetet alles zu einem festen, aber noch feuchten Teig. Man wellt diesen 1/2 cm dick aus, schneidet davon 6 – 7 cm breite Riemen und daraus längliche, schräge Vierecke, die inder Mitte mit einem kleinen Einschnitt versehen werden, durch welchen eines der Enden gezogen wird. Die Küchlein werden in heissem Fett schwimmend goldgelb gebacken, abtropfen gelassen und mit etwas Zucker bestreut.




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……………………………………… en Guetä !

2 Responses to Strübli (Strauben), Eieröhrli, Schlüferli und ähnliches

  1. Rudolf d.Ä. Schwär

    Hallo Doaz Mol

    Ich wohne im und stamme aus dem Hochschwarzwald. Bei uns heißt dieses Schmalzgebäck „Striibli“ oder ähnlich. Es ist ein bekanntes Gebäck und meine Mutter selig hat das oft gemacht. Ich bin gerade dabei, Striebli-Rezepte zu sammeln, um sie demnächst mal auszuprobieren. Da bin ich jetzt auf diese Seite gestoßen.
    Was dabei rauskommt, das werde ich auf meiner HP unter „Fotos“ im laufenden Monat veröffentlichen. Ich denke mal, dass ich diese Seite hier noch öfter mal aufsuchen werde.

    Herzliche Grüße

    Rudolf d.Ä.

    • Doaz Mol

      Ein herzliches Grüezi in den Schwarzwald.
      Das Resultat der Versuche würde mich interessieren. Gelingt eines „meiner“ Rezepte, würde ich mich über ein Foto freuen, welche ich dann auf dieser Seite inkl. Link publizieren würde. Gerne auch Tipps oder Anmerkungen.
      Liebe Grüsse – Karin

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