Preiselbeer-Saft

Erstellt von am 24. April 2013

Allgemeines:
Die Abkochung von Blättern, Stengeln und Wurzeln ist ein bekanntes Mittel gegen Rheumatismus, der Tee ein vorzügliches Mittel gegen Halsentzündungen, Verschleimungen, Husten, Influenza. Beliebt und gesund sind auch die aus den Beeren bereiteten Säfte, Kompotte und Gelées. Rohe Preiselbeeren sollen ein vorzügliches Mittel sein gegen Eingeweidewürmer. (aus Haushaltungsbuch von 1901)
Preiselbeeren wirken reinigend, sind aber säurenüberschüssig, darum Gichtkranken und Rheumatikern untersagt (Kochbuch 1932) ebenso bei Osteoporose

Rezept 1 (aus Kochbuch von 1901):
Die frischen Beeren werden mit etwas Wasser aufgekocht, der Saft durch ein Tuch gegossen, in Flaschen gefüllt und etwa 10 Min sterilisiert. Will man ihn nicht sterilisieren, so kocht man ihn mit den Beeren etwas länger. * genauere Anleitung siehe unten (aus Kochbuch von 1901)

Rezept 2 (erzähltes Rezept):
Die frischen Beeren mit gleichem Gewicht Wasser zu einem Brei zerdrücken, das vierfache Gewicht kochendes Wasser befügen, 2-3 Stunden im Wasserbad ziehen lassen, durch ein Tuch abseihen und abfüllen. Soll der Saft nicht gleich verwendet werden, muss man ihn sterilisieren.

Anwendung:
bei Blasenleiden, Reizblase täglich 2-3 Gläser trinken, auch zur Vorbeugung täglich ein Glas
soll auch fiebersenkend wirken

* Detaillierte Anleitung zur Saftbereitung : (aus Kochbuch von 1901)
Sterilisieren von Beerensäften: Die Beeren, woraus Saft bereitet werden soll, gibt man in ein Steingutgefäss oder einen Porzellantopf, streut Zucker dazwischen und stellt sie 24 Std beiseite. Die Menge des Zuckers richtet sich nach dem Zuckergehalt der Beeren und darnach, ob der Saft mehr oder weniger süss gewünscht wird. Zucker kann auch ganz weggelassen werden, da er auf die Haltbarkeit hier keinen Einfluss hat. Nach 24stündigem Stehen wird die Masse bis nahe zum Kochen gebracht, auf ein Sieb oder aufgespanntes Tuch geschüttet, damit der Saft gut abläuft. Die Rückstände werden nicht ausgepresst, sie ergeben sehr gute Konfitüre. Der Saft wird in Sterilisierflaschen gefüllt und bei mässigem Feuer 10-15 Min sterilisiert. Glanzhell wird dieser Saft nicht sein, das hat aber auch für die Haushaltung keine Bedeutung, da es nur Fruchtteilchen sind, welche das Trübe verursachen. Wer hellen Saft wünscht, muss ihn vor dem Einfüllen gut filtrieren oder, nachdem der Saft sterilisiert ist und eine Zeitlang ruhig gestanden hat, wodurch sich die Trübe meistens niederschlägt, den klaren Saft in andere Flaschen füllen und neu sterilisieren.
Eine weitere, recht einfache Herstellung von Beerensäften ist folgende: Die Beeren werden mit einem Holzstössel zerquetscht, auf 3kg 1 L Wasser gegeben, 1 Tag stehen gelassen, dann ausgedrückt, Zucker beigegeben und eingefüllt, oder
die Beeren werden mit Zucker und Wasser zirka 10 Min gekocht, dann ausgedrückt und der Saft in die Gläser gefüllt. Die Zuckerbeigabe bemesse man nach seinem Geschmack. Sterilisieren wie oben.

Filtrieren der Säfte: Zum Filtrieren von Fruchtsäften verwendet man ein Filtriertuch von doppelt genommenem, dünnem Filtrierstoff, oder ein reines leinenes Küchentuch oder eine ältere Serviette. Es wird so mit den vier Ecken an die Beine eines umgekehrten Stuhles gebunden, dass in der Mitte eine Höhlung entsteht. Soll aber der Saft gänzlich ausgepresst werden, so geschieht dies am besten mit Hilfe einer Fruchtpresse. Soll aber auch das Mark mit ausgepresst werden, so ist ein dünn leinener (von rohem, weichem Handtuchstoff) Zipfelsack, Pressbeutel das empfehlenswerteste hiefür. Derselbe wird, wenn er halb gefüllt ist, mit der Schlinge einer festen doppelten Schnur zusammengerafft, Dann wird das vorstehende Ende der Schnurschlinge rückwärts an das hierfür vorgerichtete Brett gehängt. Das Brett selbst hat die Form eines Glättebrettes, welches oben breiter, nach unten schmäler und daselbst quer abgerundet ist, so dass man es bequem in ein unzerbrechliches Gefäss stellen kann. Man stellt sich wie vor ein Waschbrett hin und streicht mit einem Stabe, den man mit beiden Händen hält, das Mark so gründlich aus, dass nur noch Häute und Kerne zurückbleiben.



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